Downgrading wegen Slider?

Ob die großen Suchmaschinen inzwischen die Benutzung von Slidern abstrafen ist nicht so genau eroierbar. Dass sie einen Slider, der automatisch beispielsweise verschiedene Produkte auf der Startseite einblendet, als Nachteil werten, ist aber sicher. Das Messverfahren für diese Verschlechterung der Usability heißt "CLS". Die Abkürzung CLS meint den englischen Ausdruck "Cumulative Layout Shift". Langsam spricht sich das unter allen, die den Fehler begehen einen Slider einzusetzen, auch herum. Es fällt auch in der Search-Console von Google schon auf bei den "Core Web Vitals". Dort findet man dann "schlechte URLs" mit einem CLS von mehr als 0,25 - wenn man den Fehler gemacht hat einen Slider oder Nachlade-Dinge einzubauen, die dem Nutzer die Klick-Zielgenauigkeit nehmen.

1 Slider ist 2 Probleme

Sofern ein Slider automatisch läuft - das ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal - bedeutet der Einsatz eines Sliders ungefähr 2 Probleme. Diese werden in den Cumulative Layout Shift-Werten (CLS) erfasst, wenn eine Seite dabei einen höheren Wert als 0,25 hat interpretieren die Systeme die Seite als schlechte Seite für die Usability.

Der Slider ist ein Lieblingsthema vieler Webseiten-Macher: Die (schlechte) Idee ist ganz einfach erklärt: Der Anbieter hat das Gefühl, dass er mehr Produkte / Angebote (etc.) auf der Startseite oder einer Übersichtsseite benötigt. Aber der Platz ist beschränkt, daher kommt man schnell auf die vermeintlich tolle Lösung: Wir machen einen Slider und der läuft einfach automatisch durch, möglicherweise sogar in einer zufallsgenerierten Reihenfolge. (Das ist dann der Worst Case unter den Slidern...)

Problem 1: Nicht rechtzeitig geklickt...

Das Problem Nummer 1 ist eigentlich für jeden Verständlich: Wenn ein Slider nach einem Zeitraum automatisch weiterläuft und ein anderes Produkt / Angebot anzeigt, dann sitzt der Nutzer vor dem ersten Angebot, will dann klicken und - Boom - in dem Moment ist das Angebot weg und ein anderes da, das er nun versehentlich angeklickt hat. Der Benutzer landet einfach auf einer anderen Seite als jener, die er eigentlich haben wollte.

Keine Frage der Sekunden...

Es ist keine Frage ob Sie den Slider nach 3 oder nach 6 Sekunden oder nach 12 Sekunden wechseln lassen, jede Einstellung ist schlecht, weil ja niemand definieren kann, wie lange der Kunde sich für die Entscheidung Zeit lässt, bevor er das Angebot anklicken möchte und wenn es in der Sekunde dann weg ist, der Kunde klickt und auf einer ganz anderen Seite landet ist das frustrierend - zweifellos.

Die Darstellung von wichtigen Themen, Angeboten und Produkten auf einer Startseite ist nicht anders zu verstehen, als eine Navigation auf einer Webseite. Insbesondere auf mobilen Endgeräten wird mehr damit navigiert, als über die - oftmals in einem "Burger-Button" versteckte "Hauptnavigation". Aber wer würde bei der Navigation auf die schwachsinnige Idee kommen seine Navigationspunkte automatisch verschwinden und durch neue ersetzen lassen? Richtig: So dumm ist praktisch niemand, der mit einer Webseite etwas erreichen möchte.

Es hat mit Barrierefreiheit zu tun - und wird wohl bestraft!

Mit dem Argument, dass ein sich selbst ändernder Slider auf einer Webseite ohne dass der User absichtlich "weiterblättert", ein Problem für die Barrierefreiheit der Seite darstellt, hilft den wenigsten Webagenturen in der Argumentation beim Kunden. Dafür ist die Ignoranz des Themas "Barrierefreiheit" bei den Kunden immer noch zu groß.

Nachdem es aber nun von Suchmaschinen wie Google offenbar über diesen CLS-Wert schon mitinterpretiert wird, kann es sein, dass diese Vorgehensweise der Webseitenbetreiber einen Slider so einzusetzen, früher oder später auch "abgestraft" wird und sich negativ auf die eigene Performance in Suchmaschinen auswirkt.

Schlechteres Suchmaschinen-Ranking scheint ohnehin die einzig wirksame Drohung zu sein, die man als Webagentur gegenüber dem Kunden äußern kann, die auch soweit wirkt, dass der Kunde zumindest darüber nachdenkt. Dass Barrierefreiheit als "nicht relevantes" Problem abgetan wird, erleben viele Beraterinnen und Berater bei den Kunden wieder und wieder.

Problem 2: Empfehlungsmarketing

Wie viele Webseiten-Betreiber haben die Wunschvorstellung, dass Kunden die Webseite sehen und diese Webseite und ein bestimmtes Produkt / Angebot... einem Bekannten / Freund / Kollegen empfehlen?

Für das "Empfehlungsmarketing" hat der Slider natürlich auch einen Nachteil, schlimmer noch, wenn er zufallsgesteuert programmiert wurde. "Schau dir das Produkt ABC an, das steht eh gleich auf der Startseite von www.irgendwas.com." Eine Empfehlung, die der Firma "irgendwas" sicher viel Freude machen würde, wenn Kunden sie weitergeben. Ist das Produkt aber in einem Slider und womöglich dieser auch noch mit zufallsgesteuerter Reihenfolge, dann gilt die Information "Das steht eh gleich auf der Startseite" nur für den bestimmten Augenblick für den bestimmten User. Nicht mehr aber für denjenigen, dem die Empfehlung zugegangen ist.

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Gibt es auch gute Slider?

Nicht so einfach zu erklären: Ja, prinziell kann man zumindest das Problem verringern. Vor mehreren Jahren sind schon beispielsweise große Medienhäuser draufgekommen, dass ein Slider eine schlechte Idee ist. Daher haben viele von den Medienhäusern, die ihre "Top-Schlagzeilen" mit reißerischen Bildern in Form eines Sliders auf der Startseite angebracht hatten, ihre Methode nach einigen Usability-Tests wohl verbessert.

Um die bessere Lösung zu erklären zunächst kurz die vorherige Lösung, also die schlechtere Variante, erklärt: Die - vorallem im Boulevard - Medien hatten ihre reisserischen Schlagzeilen mit aufregenden Fotos auf der Startseite in einen Slider montiert. Teilweise sogar mit einem automatischen Ablauf und manche davon dann mit den berühmten kleinen Punkten, mit denen man durch die Schlagzeilen "navigieren" konnte. Das Problem dabei war zweiteilig:

  • Nummer 1: Die kleinen Punkte waren eine furchtbar unbequeme Navigation für die User, weil die Klickflächen viel zu klein waren und daher kaum zur Interaktion anregten - also ein "Call to Action", den man so klein wie möglich macht. Ein Anachronismus eigentlich...
  • Nummer 2: Die User klicken nicht und sie tun das aus einem ganz bestimmten Grund nicht: Sie klicken nicht, weil sie nicht wissen, was sie zu erwarten haben und ob sie das kommende "interessieren" wird. Ein Pünktchen sagt einfach nichts aus.

Die etwas bessere Lösung für »Sliderphile«

Aus diesen beiden Erkenntnissen wurde dann zumindest für die Slider-Liebhaber eine etwas bessere Lösung geboren. Man hat den Slider mit "Titeln" versehen. Das bedeutet nichts anderes, als dass man ein wenig Platz von den großen Bilder eingebüßt hat und dafür die Schlagzeilen in einer "Reiteranordnung" angebracht hat, damit die User zumindest die angebotenen Themen sehen konnten. So konnte mit sicherheit die Nutzung verbessert werden.

Dass beispielsweise das deutsche Boulevard-Medium BILD etwa 2010 diese Maßnahme gesetzt hat, ist sicher nicht dem Gutmenschentum entsprungen. Es hat schlicht und einfach die Webseite verbessert und zu mehr Erfolg bei den Nutzern geführt - einen anderen Grund gab es dafür garantiert bei einem solchen Medium nicht.

Richtig gut ist der Slider aber nie...

Dazu gibt es schon entsprechende wissenschaftliche Referenzen: Slider bringen weder das, was sich die Betreiber der Webseiten davon versprechen noch funktionieren sie. Die Werte, die in mehreren Studien unter anderem von der Nielsen Norman Group unter der Leitung von Dr. Jakob Nielsen (einer der bekanntesten Usability-Experten für Web-Usability) oder auch eine Studie der University of Notre Dame in den USA haben erschreckende Ergebnisse geliefert.

Slider-Ignoranz auf Startseiten... 98 %

Sliderphil sind offenbar nur die Webseiten-Betreiber (die Dichte an alten, weißen, grauhaarigen Männern, denen der Computer nur aus dem Büro der Sekretärin bekannt ist, ist in dieser Zielgruppe übrigens immer noch groß), denn übereinstimmend fanden die Studienautoren schon in den Jahren 2012 und 2013 (!) heraus, dass Slider praktisch wirkungslos sind und nur die Webseiten-Betreiber der dumm-romantischen Vorstellung unterliegen, das könnte die Nutzer beeindrucken. Die Slider wurden in den Test-Szenarien einfach auf verschiedene Webseiten gestellt und mit unterschiedliche Themen befüllt. Von den Besuchern auf der Startseite klickten überhaupt nur 1 - 1,5 % irgendetwas im Slider an. 98,5 - 99 % nutzten intuitiv einen völlig anderen Weg um sich auf der Webseite zu orientieren.

Von diesen mikrigen 1,5 % der User auf der Startseite nutzten dann etwa 70 - 80 % die Klickmöglichkeit auf das 1. Element im Slider, das zweite Element musste sich schon mit rund 10 % zufrieden geben und alle weiteren Elemente wurden dann Einstellig. Was eben nicht bedeutet, dass 10 % der der User das 2. Element angeklickt hätten, sondern nur 10 % von den 1,5 % die den Slider überhaupt beachteten. Die Untersuchung kann man hier auch noch online nachlesen bei der Unversity of Notre Dame.

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