Barrierefreie Farbkontraste

Zunächst einmal gilt auch hier - wie in allen Kriterien der Barrierefreiheit - dass natürlich nicht alles und jeder denkbar mögliche Fall berücksichtigt ist. Ganz einfach gesagt: Wenn beispielsweise ein Endgerät kaputt ist und eine bestimmte Farbe in der Übertragung zum Monitor nicht mehr gesehen werden kann, weil beispielsweise einfach im Kabel der PIN für "Blau" kaputt ist, dann kann auch die barrierefreie Umsetzung von Farben nicht mehr funktionieren. Man geht also eher von einem "Normalfall" aus.

Grundsätzliches über Farbkontraste

Die für die Ermittlung der Barrierefreiheit einer Webseite oder elektronischen Anwendung (App, Software-Programm...) herangezogenen Werte beziehen sich auf die "Relative Helligkeit" einer Farbe. Daher ist auch die Berechnung nicht ganz so einfach, weil die relative Helligkeit einer Farbe im RGB-Farbspektrum unterschieldich ist. 100 % Grün sind wesentlich heller als 100 % Blau, und das macht die Berechnung entsprechend komplexer.

Es ist also der RGB-Wert: 0 | 255 | 0 wesentlich heller als 0 | 0 | 255 aber auch heller als 255 | 0 | 0... daher gibt es in der Berechnung der relativen Luminanz einen Unterschied zwischen den einzelnen Farbkanälen, sie sind unterschiedlich "viel wert".

Definitionen für die WCAG

Das zuständige Board im W3-Konsortium (World Wide Web-Konsortium) hat sich für die Web Content Accessiblity Guidelines (also die Web-Inhalt Zugänglichkeits-Richtlinien) einige Kontrastverhältnisse überlegt, die man als Mindestmaß für die Anwendungen im Internet quasi vorschreibt. Das W3-Konsortium ist keine gesetzgebende Kraft, sondern sie gibt Empfehlungen ab. Aber die Regierungen haben im Rahmen der Gesetze zumeist diese Empfehlungen als Basis eingeführt und somit wurden diese Empfehlungen real in der Europäischen Union oder auch in den USA zu Gesetzen erklärt.

Behindertengleichstellung: Die Gesetzgeber haben im Rahmen von "Behinderten Gleichstellungsgesezten" dafür gesorgt, dass auch Internet-Anbieter privatrechtlich verpflichtet sind sich an die Richtlinien des W3-Konsortium zu halten. Privatrechtlich deshalb, weil es keine staatliche Stelle wie eine Polizei gibt, die das von sich aus ahndet. Man läuft nur Gefahr von einer Privatperson verklagt und dann verurteilt zu werden, wenn man sich nicht daran hält. Diverse Verbände und Klags-Vereinigungen von Gruppierungen rund um Menschen mit Behinderungen haben sich dieser Sache aber recht aktiv angenommen und agieren quasi schon so in der Art wie eine Polizei in dem Sie Webseiten untersuchen und dann Klage (zumeist aber in der freundlichen Intention vor einem Schiedsgericht) führen.

Welche Farben "gebraucht" werden...

Ein Farbkontrast zwischen Vordergrund- und Hintergrundfarbe kann für Bildschirmfarben berechnet werden anhand der drei Farb-Montor-Werte für "Rot", "Grün" und "Blau". Diese drei Farbwerte setzen die Farben auf einem Monitor zusammen. (Zum Vergleich: Bei Druckwerken verwendet man üblicherweise CMYK - also 4 Farben, die zusammengesetzt werden). Der Unterschied zwischen Monitor und Print in der Kurz-Minimal-Erklärung lautet: Da ein Monitor einen von natur aus schwarzen Hintergrund (also keine Farbe) hat, kann man mit den drei Farben die Farbe und deren Helligkeit zusammenstellen. Da ein Druckwerk üblicherweise auf einem weißen Papier stattfindet, benötigt man zu 3 Farben für Farbvariaten noch die vierte Farbe "Kontrast" um die "Dunkelheit" zu erzeugen. Der Effekt bei 100 % Cyan, 100 % Magenta und 100 % Yellow ergibt nämlich leider nicht wirklich eine deckend schwarze Farbe. Beim Montior wird dagegen weiß einfach aus 100 % Rot, 100 % Grün und 100 % Blau zusammengesetzt.

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Keine Angst!

Definition der relativen Helligkeit

Um zu ermitteln, ob eine Farbe in der relativen Helligkeit genügend Kontrast zur Umgebung aufweist, wird eine komplizierte Formel herangezogen. Für die meisten Menschen, die eine Webseite beauftragen, ist diese Formel nicht wirklich leicht zu durchschauen, sie ist am ehesten für jede gemacht, die das in eine Anwendung implementieren wollen um die entsprechenden Farbkontrast-Verhältnisse auch ausrechenbar zu machen.

Solange es Anwendungen wie die Farb-Kontrast-Rechner im Internet gibt, wird man sich wohl nicht mit der tatsächlichen Formel herumschlagen müssen. Entspechende Berechnungs-Tools sind auch auf der Homepage des W3-Konsortiums hier unter "Related Ressources" (Externe Webseite) zu finden.

WAI A: Kontrastverhältnis 3:1

Im Rahmen einer ISO-Norm [ISO 9241-3] wurde das empfohlene Mindest-Niveau für Kontraste bei Standardtext und üblicher Sehkraft mit 3:1 definiert. Hier geht man nach Untersuchungen davon aus, dass die meisten Menschen ohne markante Sehbeeinträchtigung einen Text bzw. Inhalt lesen können, wenn er dem Kontrastverhältnis von 3:1 entspricht.

WAI AA: Kontrastverhältnis 4,5:1

Der Wert 4,5 zu 1 wurde definiert, weil man im Rahmen von empirischen Studien feststellte, dass ein Visus, also Sehkraft, bei der Bevölkerung mit 20/40 besteht und hier ein Verlust des Kontrastempfindens von etwa 1,5 besteht. Ein Benutzer mit einem Visus von 20/40 würde also ein Kontrastverhältnis von 3 * 1,5 zu 1 (also 4,5 zu 1) erfordern. Der Visus von 20/40 wird im Allgemeinen als tpyische Sehschärfe bis zum Alter von 80 Jahren angegeben. Daher für die "Auszeichung" Doppel-A eben dieser Wert mit 4,5 zu 1.

WAI AAA: Kontrastverhältnis 7:1

Eine tatsächlich starke Einschränkung des Sehvermögens ist dann der Visus 20/80. Wenn die Beeinträchtigung höher als das liegt, sind meistens ohnehin assistive Technologien zu verwenden wie etwa eine Audioausgabe oder eine Braille-Zeile zum Lesen von Inhalten für blinde Menschen. Daher ist das Verhältnis von 7:1 beim Farbkontrast quasi das Verhältnis, das den Verlust von Sehkraft für alle ausgleicht, die noch nicht mit assistiven Technologien arbeiten. Und daher wurde dieses Kontrast-Verhältnis dann auch für die höchste Stufe an Barrierefreiheit ausgewählt. Das Verhältnis von 7:1 gleicht auch Farbmängel beim Sehen aus.

Das ist auch durchaus erstrebenswert, denn auch die Farbkombination von #00FF00 (Hellstes Grün) mit #BB0000 (mittleres Rot) ergibt rechnerisch ein Kontrastverhältnis vno 4,92 zu 1 - wäre also WAI AA-Konform. Wer das aber tatsächlich ausprobiert, wird sofort merken, dass jemand mit einer Rot-Grün-Schwäche hier echte Probleme haben muß.

So ein Kontrastverhältnis ist rechnerisch eben zulässig - auch nach der Formel der WAI, aber wenn man sich das vor Augen führt, stellt man leicht fest, dass das Probleme für manche Menschen mit sich bringen kann. Eine Empfehlung ist daher zumindest, wenn es schon anders nicht ganbar ist, eine alternative Version zB mit dem Funktionsset easy2see für einen noch höheren Kontrast zur Verfügung zu stellen.

Auch beachten: Vordergrund vs. Vordergrund

Wenn man sich im Internet nach der sogenannten "Link-Contrast-Ratio" umsieht, bekommt man auch Ergebnisse zu sehen. Wir könnten jetzt sagen, dass es dabei prinzipiell um Unactive versus Interactive-Content handelt. Worum geht es dabei? Wenn man aktive Bereiche einer Webseite, vor allem eben Links oder Buttons zum Absenden eines Formulares, nicht durch besondere visuelle Kennzeichn ausstattet wie etwa Unterstreichung oder Button-Rand, dann ist der Text, der quasi eine interaktive Schaltfläche ist oft nur durch die Farbe vom restlichen Text unterschieden. Das ist auch grundsätzlich zulässig.

Die "Link-Contrast-Ratio"...

Aber: Wenn ein Farbkontrast zwischen Text und Link und wieder Text nicht ausreichend ist und noch dazu der Link dann eben nicht unterstrichen ist, ist er nicht für alle erkennbar. Man sollte, wenn man darauf Wert legt eben einen Link nicht zu unterstreichen oder sonst wie zu Kennzeichnen, auch die Textfarbe mit der Linkfarbe vergleichen. Und dabei kommt ganz selten etwas wirklich produktives heraus. Zwar genügt bei einem weißen Hintergrund (#FFFFFF) eine Linkfarbe Blau (#0000FF) problemlos mit einem Kontrastverhältnis von 8,59 zu 1, aber wenn der Link nur durch die Farbe erkennbar ist, dann ist sein Verhältnis zum restlichen Text, wenn diser Schwarz (#000000) ist, nur mehr 2,44 zu 1. Und das würde nicht ausreichen.

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